Reviews

Getaddicted.org
Hagen, das Loch aus dem einst Nena kroch, ist bekanntlich die hässlichste Stadt der Welt. Und es grenzt schon an ein Wunder, dass dieses architektonische Verbrechen eine so starke Band wie Underwoman hervorbringt. All jenen, die sich in den 90er Jahren auf Bizarre- und Dynamo-Festivals rumgetrieben haben, muss diese Platte dringend ans Herz gelegt werden, denn was Underwoman spielen, ist so etwas wie ein Streifzug durch den Heavy Rock des vergangenen Jahrzehnts. Mal klingt's wie Life of Agony, mal wie Pantera und hin und wieder hört man auch etwas Kyuss raus. Aber dabei ist es doch die ganze Zeit ein eigenständiger, groovender Stil, der sofort ins Ohr geht. Das alles kommt natürlich nicht von ungefähr - ein Großteil von Underwoman mischte vor einigen Jahren bei der Band Colour Trip in der deutschen Hardcore-Metal-Szene mit. Die heutige Musik ist zwar etwas anders, aber nicht minder heftig und wird zudem durch überzeugende Gesangsmelodien ergänzt. Bis auf ein vollkommen überflüssiges Instrumental-Stück eine durch und durch hörenswerte Platte.

Besonic.de
Man hört sofort, daß hier Profis am Werk sind. Super Groovende Drums, ne Hookline und fette Gitarren.

(Underwoman waren bei Besonic einen Monat lang weltweit auf Platz 1 in den Metal-Charts)

Waste Of Mind
Underwoman liefern mit »Atomic Super Villain« ein Demo der Extraklasse ab. Die sechs verdammt fett und professionell produzierten, innovativen Rock-Tracks fressen sich unwillkürlich so tief in die Gehörgänge, dass nur noch eine (Ohr-) Wurmkur hilft. Die Songs sind so eingängig und intelligent arrangiert, dass man glatt meinen könnte, eine der besseren Major-Rockbands hätte sich in der Anlage eingenistet. Die ruhigeren Parts wecken bei mir Assoziationen mit den großen, hypnotischen Wüsten-Rock-Kapellen, während die brachialen, schnellen Momente auch gut aus einem rockigen HardCore-Album stammen könnten. Vielfältig und komplex ist der Sound, ohne jedoch auseinander zu driften oder den Hörer zu überfordern. Die vier Jungs spielen klar auf den Punkt, alle Songs wirken sehr gut strukturiert und überzeugend. Underwoman machen auf »Atomic Super Villain« alles richtig, und man kann nur hoffen, dass die vier talentierten, erfahrenen Musiker bald einen fetten Plattendeal an Land ziehen werden!

Walls Of Fire
Moderner Rock bis Metal. Das ist genau das, was Underwoman auf ihrem Debüt präsentieren. Entstanden ist die Band 1997 aus einem 3-Kopf-Splitter der deutschen Metalcore Institution Colour Trip. Mit denen hat »Atomic Super Villain« allerdings nun überhaupt nichts mehr zu tun, was nicht weiter schlimm ist, denn Underwoman wissen auch so genau, wie sie überzeugen können. Nämlich durch gute Songs. Selbige wirken auf erstes Hören hin etwas unspektakulär, doch gibt man der Scheibe Zeit im Ohr zu reifen, entdeckt man den subtilen Groove, der irgendwas Unbeschreibares an sich hat.Underwoman klingen zu meiner großen Freude ziemlich eigenständig, auch wenn immer wieder der Name Prong im Raum schwebt (»Zero«). Auch der eine oder andere NuMetal-Verweis hat sich eingeschlichen - es wäre jedoch falsch, die Band mit aller Gewalt in diese sowieso viel zu überfüllte Schublade zu stopfen.Die Band geht dafür viel zu Emotionsorientiert vor, ohne allerdings gewisse Hüpfmomente (»Whatever«) zu vernachlässigen. Der emotionale Höhepunkt ist auf jeden Fall das abschließende »Masterblaster«, welches beschwingt und doch verhalten einen lockeren Eindruck hunterlässt. Fragt man mich allerdings nach dem besten Stück auf »Atomic Super Villain«, würde ich mich wohl für das dynamische »Blessed Are The Dead« (raffiniertes Arrangement) entscheiden, bei dessen Schluss die Colour Trip-Vergangenheit vielleicht ein ganz klein wenig aufblitzt. Tja, Deutschland bietet, was Bands angeht, doch immer wieder Überraschungen. Der Fall Underwoman könnte es mit diesem Sound auf jeden Fall weit bringen.